Viele Menschen haben Angst vor einem Besuch beim Zahnarzt. Für die meisten Patienten ist die Behandlung beim Zahnarzt eher mit negativen Gefühlen verbunden.Viele Menschen haben Angst vor einem Besuch beim Zahnarzt. Für die meisten Patienten ist die Behandlung beim Zahnarzt eher mit negativen Gefühlen verbunden. Zahnarztphobie ist ein verbreitetes Phänomen. Mit dem gezielten Einsatz von Lichtfarben lässt sich ein Zahnarztbesuch angenehmer gestalten. Dies kann den Betroffenen einen Teil ihrer Angst nehmen.

Ein Beitrag von Angelina Schitik, Trainee Marketing bei Ivoclar Vivadent

Als Zahnmedizinische Fachangestellte in einer deutschen Zahnarztpraxis habe ich häufig Angstpatienten getroffen. Diese berichteten mir, wie sehr sie unter ihrer Phobie leiden. Seitdem interessiert mich das Thema Zahnarztphobie – und damit die Frage, ob und wie sich die Zahnarztangst therapieren oder wenigstens mildern lässt. Was kann der Zahnarzt tun, damit sich die Betroffenen während einer Behandlung weniger unwohl fühlen und die Behandlung wie auch die Zahnarztpraxis in besserer Erinnerung behalten?

Zahnarztangst ist weit verbreitet

Zahnarztangst kann verschiedene Ursachen haben. Oft spielen negative Erfahrungen bis hin zu traumatischen Erlebnissen eine Rolle. 60 bis 80 Prozent aller Patienten verbinden den Zahnarztbesuch und konkret die zahnärztliche Behandlung mit eher negativen Empfindungen. In den meisten Fällen ist eine solche Zahnarztphobie unbegründet. Trotzdem ist sie ernst zu nehmen.

Mit Lichtfarbe die Behandlung von Angstpatienten erträglicher machen 

Es gibt diverse Möglichkeiten, die Situation für ängstliche Patienten zu verbessern. Durch mein Studium der Innenarchitektur bin ich auf eine interessante Option aufmerksam geworden: Es ist schon seit langem bekannt, dass sich verschiedene Lichtfarben unterschiedlich auf den Gemütszustand auswirken. Rot zum Beispiel wirkt eher stimulierend, während Blau eher beruhigt. Nicht von ungefähr wird bei Therapien verschiedenster Krankheiten farbiges Licht eingesetzt. Vor diesem Hintergrund stellte ich mir eines Tages die Fragen:

  • Hat der gezielte Einsatz von Lichtfarbe während einer Behandlung eine messbare Wirkung auf Patienten?
  • Gibt es eine Möglichkeit, mit Lichtfarben die Behandlung beim Zahnarzt für die Betroffenen angenehmer zu gestalten? 

Das Thema begann mich zu faszinieren – so sehr, dass ich es in meiner Bachelor-Arbeit behandelte. Ich beschloss, eine Studie durchzuführen und dabei die Wirkung von Rot- und von Blaulicht auf normale Patienten wie auch auf Angstpatienten während des Zahnarztbesuches zu testen und wissenschaftlich auszuwerten.  

Körper liefert Biofeedback

Bei der Auswertung half mir das Biofeedback der Probanden. Der Begriff Biofeedback stammt aus der Verhaltensmedizin. Er bedeutet das Sichtbarmachen und Messen von Körperreaktionen. Ziel des Biofeedbacks ist die gezielte Beeinflussung und Wahrnehmung physiologischer Prozesse. Durch ein Biofeedback ist es möglich, uns unserer unbewussten körperlichen Vorgänge bewusst zu werden und sie wahrnehmbar – und sogar messbar – zu machen.

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Hautleitwert: Stress und Entspannung

Ein wichtiger Faktor beim Biofeedback ist der Hautleitwert. Dieser gibt Auskunft über die Aktivität der Schweissdrüsen der Hand. Und er steht mit dem Nervensystem in Verbindung. Dadurch liefert der Hautleitwert Informationen über Erregung und Stress eines Menschen. Da sich bei Stress die Blutgefässe verengen, verschlechtert sich nämlich die Durchblutung. Dadurch sinkt die Temperatur der Haut. Umgekehrt gilt: Je entspannter der Mensch, desto höher die Hauttemperatur.   

Ergebnis: Hypothesen klar bestätigt

Nun war ich gespannt: Führte meine Studie zu einem brauchbaren Ergebnis? Würden sich brauchbare Aussagen und Schlussfolgerungen aus meiner Studie ableiten lassen? Ja, das war in der Tat der Fall. Und mir lagen nicht nur klare Erkenntnisse vor. Die Ergebnisse bestätigten sogar weitestgehend die Hypothesen, die ich zuvor aufgestellt hatte:

  • Spezifische Lichtfärbung beeinflusst das Stressempfinden von Patienten während einer Behandlung beim Zahnarzt.
  • Rotes Farblicht erhöht im Vergleich zu normalem Lichteinfluss das Stressempfinden, während blaues es verringert.
  • Weibliche Patienten reagieren stärker auf diese Impulse als männliche.
  • Jüngere Patienten reagieren stärker als ältere.
  • Patienten mit Zahnarztphobie reagieren geringer auf die Impulse von Farblicht als Patienten ohne Zahnarztangst. 

Allgemein lässt sich folgendes festhalten:

  • Farblicht hat eine messbare Wirkung auf den Menschen.
  • Farben haben unterschiedliche Auswirkungen auf unser Empfinden.
  • Diese Erkenntnis lässt sich gezielt nutzen, zum Beispiel bei Menschen, die beim Zahnarzt Angst empfinden.
     

Fazit: 

Aus diesen Erkenntnissen lassen sich mehrere Schlussfolgerungen ableiten, die nicht nur für den Zahnarzt und dessen Praxis interessant sind:

  • Zahnärzte können durch Ausnutzung der Farbwirkung ihren Patienten die Behandlung erleichtern und ihnen einen Teil ihrer Zahnarztangst nehmen.
  • Innenarchitekten können Behandlungszimmer beim Zahnarzt so ausleuchten, dass eine beruhigende Atmosphäre sowohl für den Patienten als auch für den Zahnarzt und dessen Mitarbeitende entsteht.
  • Auch in Krankenhäusern und in der Ambulanz kann der Einsatz von Farblicht Patienten den Aufenthalt und die Behandlung erleichtern.
  • Leuchtenhersteller könnten Leuchten speziell für Zahnarztpraxen und andere ärztliche oder klinische Behandlungsräume entwickeln.

Von anderen Zahnärzten positiv abheben

Haben auch Sie schon einmal darüber nachgedacht, in Ihrer Praxis eine abgestimmte Farb- und Lichtkomposition zu realisieren, um Ihren Patienten den Aufenthalt in Ihrer Zahnarztpraxis angenehmer zu machen? Auf diese Weise heben Sie sich positiv von Ihren Mitbewerbern ab. Es wird sich unter den Patienten herumsprechen. Wagen Sie den ersten Schritt!

«Wirkung von Lichtfarbe in der Innenarchitektur am Beispiel einer Zahnarztpraxis» von Angelina Schitik

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