So vereinfacht sich Laborinhaber Christian Seger seine tägliche Arbeit mit der PresstechnikDer Faktor Mensch bleibt in der Zahntechnik unverzichtbar. Sein Fachwissen, sein handwerkliches Können und sein ästhetisches Urteil sind unentbehrlich. Andererseits ist der Mensch nie perfekt – und daher immer auch eine Ursache für Fehler.

Hier helfen ausgeklügelte Technik und intelligente Softwarelösungen. Mit ihnen lassen sich Risiken minimieren und die Sicherheit bei Prozessen und Arbeitsergebnissen erhöhen. Dieser Vergleich ist auch in ganz klassischen Bereichen wie etwa der Presstechnik zulässig.

Pressöfen mit vollautomatischer Pressfunktion

Laborinhaber Christian Seger aus Liechtenstein ist immer offen für hilfreiche Innovationen. Seit 2017 setzt er eine Möglichkeit ein, welche die Presstechnik einfacher und toleranter macht. Die Rede ist von der vollautomatischen Pressfunktion (FPF) bei den Programat-Pressöfen EP 3010 und EP 5010.

Lassen wir ihn selbst zu Wort kommen.

Herr Seger, wie kamen Sie mit dem neuen Programat EP5010 und der FPF-Technik am Anfang zurecht?

Christian Seger: Da wir mit der Presstechnik von Ivoclar Vivadent seit über 15 Jahren vertraut sind, kamen wir auch mit dem neuen Programat EP5010 schnell zurecht. Etwas erstaunt war ich zu Beginn über die Aussage, dass die schnelle Umsetzzeit mit der FPF-Technik nicht mehr so wichtig sei wie mit der bisherigen Technik. Und auch, dass die exakte Kalibrierung des Vorwärmeofens für die Pressmuffel mit der FPF-Technik nicht mehr so bedeutsam sei wie früher. Dabei waren wir früher gerade auf diese Punkte besonders geschult worden. Sie galten als unverzichtbar für ein schönes Pressresultat. 

Wie waren die ersten Ergebnisse?

Ein mit der vollautomatischen Pressfunktion (FPF) gepresstes Objekt

Christian Seger: Die ersten Pressungen liefen noch nicht ganz nach Plan: Es traten Muffelrisse auf. Allerdings sind wir schnell auf den Fehler gestossen: Wir hatten versehentlich eine alte Einbettmasse verwendet, die für die FPF nicht empfohlen wird.

Der zweite Grund für unser anfängliches Scheitern: Wir hatten die Mischzeit der neuen Einbettmasse (IPS PressVest Premium) falsch angesetzt: wie gewohnt 2 Minuten anstatt – wie empfohlen – 1½ Minuten. Die „Strafe“ folgte auf dem Fuss. Aber nachdem wir die Einbettmasse gewechselt und die Mischzeiten korrekt eingehalten hatten, lief alles prima. Fortan hatten wir ausgezeichnete Pressresultate. Es ist eben wichtig, sich an die Vorgaben zu halten.

Welche Vorteile bietet die vollautomatische Pressfunktion?

Christian Seger: An den Restaurationen fallen mir speziell die hohe Passgenauigkeit und die schöne Oberflächenstruktur positiv auf. Die Bedienung des Pressofens ist mit der FPF extrem einfach und anwenderfreundlich. Der Prozess läuft vollautomatisch. Der Dialog vom Anwender zur Maschine (User-Interface) ist noch einfacher und komfortabler.

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Wie funktioniert die FPF genau?

Christian Seger: Die FPF verfolgt einen komplett neuen Lösungsansatz – auch wenn der Hersteller empfiehlt, sämtliche Vorbereitungsarbeiten (Pressmuffel-Vorwärmung, Umsetzzeit etc.) wie gewohnt durchzuführen. Es ist aber nicht mehr so tragisch, wenn der eine oder andere Punkt nicht mehr hundertprozentig eingehalten wird: Die FPF-Technik gleicht die Differenzen aus.

Einfache, intuitive Bedienung

Nach dem Programmstart misst nun der Kraftsensor laufend die Konsistenz der Presskeramik und wertet sie aus. Ist die Keramik genügend flüssig und im idealen Presszustand, registriert die Software diesen Moment – und leitet den vollautomatischen Pressvorgang ein. Wenn die Muffel aus dem Vorwärmeofen zu kalt war, hat das keinen gravierenden Einfluss mehr auf die Pressung. Die FPF gleicht diese Abweichung automatisch aus. Sie wärmt die Muffel entsprechend länger nach, bis alle Parameter wieder korrekt sind. Erst dann folgt die Pressung. Anwendungsfehler lassen sich dadurch grösstenteils ausschliessen. 

Wie fällt Ihr Fazit zur vollautomatischen Pressfunktion aus?

Christian Seger: Anwender müssen – ausser beim Einbetten – nicht mehr so akribisch genau wie früher alle Vorgaben einhalten. Teilweise vollzieht sich der Pressprozess noch schneller. Die Pressresultate können sich in puncto Reaktionsschicht und Passgenauigkeit sehen lassen. Zusammenfassend ist der Pressprozess einfacher, schneller, bequemer und toleranter geworden. Einfach die FPF-Taste drücken; den Rest macht der Ofen. Nicht mehr überlegen, welches Material ich verwende und welches Programm ich benötige. Das ist ein toller Fortschritt in der Presstechnik. Ich bin von der FPF begeistert und kann sie nur weiterempfehlen.


Sind Sie sich nicht sicher, wie Sie Ihren Brenn- oder Pressofen richtig kalibrieren? Dann befinden Sie sich in guter Gesellschaft. Denn immer wieder kommen bei Zahntechnikern Fragen zu diesem Thema auf: (Warum) Müssen Keramik-Brennöfen kalibriert werden? Welche Möglichkeiten gibt es? Was ist die beste Methode? Die wichtigsten Antworten finden Sie hier. 
In unserer Checkliste haben wir die wichtigsten Hinweise zum Thema Kalibrierung für Sie zusammengetragen.

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Christian Seger

Zur Person:

Christian Seger ist in Vaduz/Liechtenstein aufgewachsen. Er absolvierte seine Ausbildung zum Zahntechniker von 1986 bis 1990 in einer Zahnarztpraxis in Liechtenstein. 1990 trat er eine Stelle in einem Dentallabor an. Ab 1991 arbeitete er einige Monate in einem Dentallabor in London. Danach war er in Laboren in Bern und Zürich (Schweiz) tätig. 1995 eröffnete er sein eigenes Dentallabor in Triesen/Liechtenstein.

 


Programat und IPS e.max sind eingetragene Warenzeichen der Ivoclar Vivadent AG. Die Verfügbarkeit bestimmter Produkte kann je nach Land variieren.